Über mich
Ein Nein ist kein Urteil über dich. Es ist einfach eine Information.
Drei Jahre im Rennsport haben mich das gelehrt. Heute stehe ich außerhalb von fremden Unternehmen und lese ihr Etikett von außen.
Ich habe schon früh angefangen zu arbeiten. Nicht aus Tugend oder Not – ich wollte schlicht mein eigenes Geld verdienen und meine eigenen Entscheidungen treffen. Dieser Eigensinn, mein eigenes Ding zu machen, zieht sich bis heute durch.
Im Studio
Drei Jahre lang bedeutete das: Motorradrennen fahren. Meine Karriere endete an dem Tag, an dem ich erfuhr, dass ich schwanger war. Es war im Rückblick die lehrreichste Zeit meines Lebens – obwohl es beim Rennfahren kaum ums Motorradfahren ging.
Rennsport kostet viel Geld. Wenn man keins hat, muss man jemanden finden, der welches hat. Das heißt: Du lernst, dich Unternehmen zu verkaufen, die noch nie von dir gehört haben. Ich kassierte Absagen am laufenden Band. Irgendwann nach dem hundertsten „Nein“ hörte es auf wehzutun und fing an, spannend zu werden. Ein Nein ist kein Urteil über dich als Person. Es ist eine Information: falsche Ansprache oder die falsche Person. Also fing ich an zu testen: Eine Kleinigkeit ändern, noch einmal senden, schauen, was passiert. Es machte plötzlich Spaß – und am Ende hatte ich mehrere Sponsoren. Warum sie sich für mich entschieden haben, verstand ich erst viel später.
Nach dem Rennsport folgten Marketing und Business Development im Betrieb meiner Eltern. Dann fragte mich eine Freundin, ob ich ihrer Marke neues Leben einhauchen und eine Website bauen könnte. Ich hatte einen KI-Kurs absolviert, viel Begeisterung und unvernünftig viel Kaffee – also sagte ich Ja, noch bevor ich wusste, wie genau. Wir zogen es durch, und ich merkte: Genau das ist die Arbeit, die mir mehr liegt als alles zuvor.
Dabei fiel mir etwas Entscheidendes auf: Einen Markenauftritt für mich selbst zu bauen, war um ein Vielfaches schwerer als für andere. Nicht, weil ich mich schlechter kenne – sondern weil ich mich zu gut kenne.
Man kann das Etikett nicht von innen aus dem Glas heraus lesen.
Du sitzt mitten im Glas – mit jedem verworfenen Entwurf, jeder Version von dir, der du entwachsen bist, und jedem Grund, warum sich ein bestimmtes Wort leicht falsch anfühlt. Das alles steht zwischen dir und dem klaren Blick auf die Sache.
Was du von innen heraus aber sehr wohl kannst: spüren, was im Glas drin ist. Das weiß niemand besser als du selbst.
Und genau das ist unsere Arbeitsteilung: Du weißt, wie es sich anfühlen soll. Ich stehe außen, lese das Etikett und sage dir, was ich sehe. Du sagst mir dann, ob es stimmt.
Eine Marke muss beide Aufgaben erfüllen: Sie muss stimmen – als ehrliche Beschreibung dessen, was wirklich im Glas steckt. Und sie muss sich für dich richtig anfühlen. Denn wenn sie das nicht tut, fängst du an zu relativieren. Du verschickst den Link mit einer Entschuldigung, druckst dich um deine Erklärung herum oder wechselst schnell das Thema.
Das habe ich bei der Sponsorensuche gelernt, nicht in einem Seminar. Diese hundert Absagen kamen nicht, weil ich schlecht gepitcht habe. Sie kamen, weil ich eine Version von mir verkaufen wollte, von der ich dachte, dass Sponsoren sie sehen wollten. Die Zusagen kamen erst, als das, was ich anbot, wirklich ich war. An meinem Fahrstil hatte sich kein Deut geändert.
Das ist für mich die ganze Aufgabe: Stimmt das Etikett, musst du dich nicht mehr selbst von deinem eigenen Pitch überzeugen.
Standort
Miesbach, Deutschland
Arbeitet mit
Kundinnen und Kunden überall, über Video und E-Mail
Kapazität
Jeweils nur wenige Projekte